Feed abonnieren

gender:queer


24 Jan 11
16
15

Weg mit dem Queer-Ding!

fux

Ansätze für eine queere Kapitalismuskritik

Ein Beitrag von Heinz-Jürgen Voß

Debattenbeitrag im Anschluss an „arranca“ Nr. 41 ( http://arranca.org/ ) und „red & queer“ Nr. 16 ( http://www.dkp-queer.de/downloads/red-and-queer/ ) zu aktuellen deutschsprachigen Arbeiten „queerer Ökonomiekritik“.

Eine Situationsbeschreibung

In der Ausgabe der lesbisch-schwulen Zeitschrift Siegessäule Juli/2008 wurde unter dem Titel „Queer gewinnt“ ein abschließendes plastisches Bild davon gezeichnet, wie „Queer“ nicht nur in Subkulturen verstanden, sondern wie es aktuell auch in der deutschsprachigen Rezeption der „Queer theory“ verhandelt wird. „Berlin ist total queer. Wir feiern das, wir sind mal so frei. Doch leider gibt’s immer noch genug Leute, die uns das vermasseln wollen“ – heißt es dort, womit punktgenau die Problemfelder benannt sind, die eine unbedingte Kritik an Queer und derzeit prominent verhandelten deutschsprachigen Arbeiten zu „Queerer Ökonomiekritik“ notwendig machen. weiterlesen »

01
55

100 Sekunden Transphobie oder “Bad attention is better than no attention”

fux

Das dänisches Fernsehen demonstriert die gängigsten Formen alltäglicher Transphobie in weniger als 100 Sekunden und stellt Trans*menschen als “Freakshow” und “Spinner mit perversen Begierden” dar.
In einem Interview mit der Herausgeberin einer LGBT-Zeitschrift verspottet der Journalist Søren Ø Jensen eine Transfrau, spricht über sie als Mann und besteht darauf, ihre Körperteile öffentlich zu diskutieren. Selbst nach zahlreichen Zuschriften empörter Zuschauer_innen weigert er sich, seinen Fehler einzusehen. Ebenso befindet seine Chefin, Eva Kvist, dass das Interview “von Neugier und Respekt getragen” wurde.
Der ganze englischsprachige Artikel ebenso wie Tipps für den Umgang mit so viel Respekt und Neugier finden sich bei autotrans*.

02 Jul 10
13
10

Heinz-Jürgen Voß: Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive

fux

Biologisches Geschlecht zu leugnen, ist Häresie. Dass Gender sozial hergestellt ist, hat sich inzwischen herumgesprochen; aber dass Menschen bis auf seltene pathologisierte ‘Anomalien’ stets ‘weiblich’ oder ‘männlich’ seien, gilt nach wie vor als ‘Tatsache’ in unserer Gesellschaft. Vermeintliche biologisch gestützte Geschlechterunterschiede sind beliebtes Thema populärwissenschaftlicher Medien und stoßen selbst bei Menschen, die Geschichten über Mars und Venus, Zuhören und Einparken zu plump finden, nicht auf Widerspruch. Im Gegenteil, sie belehren uns noch über die neuesten Erfindungen der Hirnforschung und würzen ihr ‘Fachwissen’ mit eigenen Beobachtungen, die, so sehr man auch an die Gleichheit der Geschlechter glauben wollte, eindeutig belegen, dass ‘Männer’ und ‘Frauen’ doch ganz verschieden seien.

Lästige Diskussionen, die ein_e Häretiker_in immer wieder führen muss, sind dabei noch das Harmloseste an der institutionalisierten Zweigeschlechtigkeit, bildet sie doch das theoretische Fundament für Verstümmlung von Kleinkindern mit ‘uneindeutigen’ Genitalien, gesetzlich verordnete Menschenrechtsverletzungen von Trans*Menschen, Benachteiligung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen etc.

Nun kann die Zweigeschlechtigkeit auch aus naturwissenschaftlicher Sicht guten Gewissens begraben werden, denn die Dissertation von Heinz-Jürgen Voß „Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive“, erschienen im Transcript Verlag, zeigt, dass auch biologisches Geschlecht gesellschaftlich gemacht ist. Auf ca. 400 Seiten wird die verbreitete Auffassung, wonach sich ‘Geschlecht’ ‘weiblich’ oder ‘männlich’ auspräge, fundiert und überzeugend widerlegt.

weiterlesen »

03 Feb 09
04
59

Gender-Aspekte des bedingungslosen Grundeinkommens

Prinz Paula

Das bedingungslose Grundeinkommen ist richtig gutes Konzept, das seit einiger Zeit allmählich bekannter wird. Es stellt ein bedingungsloses Mindesteinkommen dar, auf das jede_r einen Anspruch hat. Das Grundeinkommen soll

  • die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen,
  • einen individuellen Rechtsanspruch darstellen,
  • ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden,
  • keinen Zwang zur Arbeit bedeuten.

Der Gedanke hinter dem Grundeinkommen ist der: Es gibt immer weniger (Erwerbs-)Arbeit. Viele Arbeiten werden inzwischen von Maschinen übernommen – und eigentlich ist das auch schön, denn man kann sich ein erfüllteres Leben vorstellen als acht Stunden am Tag am Fließband zu stehen. Wenn da die Sache mit dem Geld nicht wäre… Wenn es aber klar ist, dass es nicht genug Arbeit für alle gibt, warum soll man dann das Einkommen an Arbeit (oder Arbeitssuche) koppeln? weiterlesen »

21 Jan 09
05
43

Große Anfrage der Linken in Hamburg: Zwitter und Menschenrechte

Prinz Paula

Zwitter-Symbol

Die Linke Hamburg hat eine Große Anfrage an den Hamburger Senat gestellt. Betreff: Zwischengeschlechtliche Menschen.

Im Kontext des Intersex-Schattenberichts, den eine Delegation von Intersexuelle Menschen e.V. in einer öffentlichen Anhörung am 21. Juli 2008 dem UN-Ausschuss CEDAW vorgelegt hat, stellen die Abgeordneten dem Senat zahlreiche Fragen zur Lage von Zwittern in Hamburg in den letzten 60 Jahren.

Weil ich die Anfrage im Netz nicht finden kann (ich habe sie per Mail bekommen), lade ich sie mal hier hoch:
Große Anfrage: Zwischengeschlechtliche Menschen (PDF).

Lesenswert, die Fragen finde ich sehr gut, mal sehen, wie die Antworten darauf ausfallen – erfahrungsgemäß sind diese eher knapp und enttäuschend. Wir werden sehen.

11 Jan 09
06
23

“Diskriminierung gegen Transgender-Personen darf nicht länger geduldet werden”

Prinz Paula

Thomas Hammarberg

Thomas Hammarberg

Thomas Hammarberg, Kommissar für Menschenrechte des Europarates, spricht sich gegen jegliche Diskriminierung von Transgendern aus. Er spricht viele Probleme an – von Hate Crimes wie dem Mord an Gisberta Luna Salce Junior über Probleme der Anerkennung ihres Geschlechts bis zu Problemen des Zugangs zu ganz normaler Gesundheitsversorgung, Diskriminierung im Arbeitsleben und bei der Wohnungssuche. Er kritisiert, dass bei den meisten Politiker_innen ein Mangel an Wissen über die Verletzungen der Menschenrechte von Transgendern besteht und dass nur sehr wenig Sachinformationen zur Situation von Transgendern in den Mitgliedsländern des Europarats verfügbar ist.

“Es gibt keine Entschuldigung dafür, dieser Community nicht sofort ihre vollständigen und bedingungslosen Menschenrechte zuzugestehen. Mitgliedsländer des Europarats sollten alle notwendigen konkreten Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass Transphobie unterbunden wird und dass Transgender-Personen in keinem Bereich mehr diskriminiert werden.”

Fotoquelle: Council of Europe

10 Jan 09
22
36

Geschlechtsneutrale Sprache im US House of Representatives

Prinz Paula

US House of RepresentativesDas House of Representatives in den USA hat beschlossen, künftig gender-neutral zu formulieren. So soll zum Beispiel der “Chairman” nur noch “Chair” heißen, “he” und “she” werden durch “such individual” ersetzt. Die komplette Resolution kann man als PDF herunterladen.

Genderneutrale Sprache in den USA

23 Dec 08
00
45

Evangelikale auf Kreuzzug gegen Schülerzeitung

Prinz Paula

Q-rageDie beiden 18jährigen Schüler Samuel und Hannes haben für die Schüler_innen-Zeitung Q-rage einen kritischen Artikel über Evangelikale und das Christival geschrieben. Darin kommen beide Seiten zu Wort, die 19jährige evangelikale Leonie und der 18jährige Christival-Gegner Tobias. Sicherlich bezieht der Artikel Stellung und schreibt kritisch über die evangelikalen Einstellungen zu Homosexualität und Abtreibung.
(Die Q-rage-Ausgabe ist auf der Projektseite inzwischen nicht mehr downloadbar, dafür aber bei Spiegel Online).

Es ist ein guter (und harmloser) Artikel, der sich das Recht auf eine eigene Meinung erlaubt. Weiter nichts.

Den Evangelikalen gefällt es aber gar nicht, dass sie kritisiert werden. Diskriminierung, schreien sie, und finden es “ungeheuerlich, dass ein solches Projekt aus unseren Steuermitteln finanziert und damit vom Staat subventioniert wird”. Sie fordern den Rücktritt des Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und eine Distanzierung der Bundesregierung – von dem Artikel der beiden 18jährigen Schüler? weiterlesen »

17 Dec 08
20
05

Homophob sind immer die anderen

Prinz Paula

Die Siegessäule scheint sich darauf verlegt zu haben, rassistische Zuschreibungen so lange zu wiederholen, bis sie sich bei jedem Leser verfestigt haben. Bereits in der letzten Ausgabe berichtete sie, dass “zwei afrodeutschen Jungs in der U-Bahn” (Hervorhebung von mir) einen Schwulen verprügelten. Warum sollte die Hautfarbe der Täter hier relevant sein, fragten wir uns, und wir fragen uns immer noch. Die Siegessäule recycelt die Geschichte nämlich in ihrer Dezember-Ausgabe weiterlesen »

13 Dec 08
22
52

Österreich: Verfassungsgericht hebt OP-Zwang für Transgender nicht auf

Prinz Paula

Richter-HammerDer österreichische Verfassungsgerichtshof hebt in einem aktuellen Urteil den Operationszwang für Transmenschen nicht auf. Beschwerde eingelegt hatte die Juristin Monique Justl: der Transfrau wird ein weiblicher Vorname und entsprechende Dokumente verweigert, weil sie sich ihre Genitalien nicht operativ entfernen ließ. weiterlesen »