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gender:queer


Archive for the 'Geschichte' Category

Heinz-Jürgen Voß: Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive  2

Cat.: Bücher, Geschichte, Gesellschaft, Medien
02. Juli 2010

Biologisches Geschlecht zu leugnen, ist Häresie. Dass Gender sozial hergestellt ist, hat sich inzwischen herumgesprochen; aber dass Menschen bis auf seltene pathologisierte ‘Anomalien’ stets ‘weiblich’ oder ‘männlich’ seien, gilt nach wie vor als ”Tatsache’ in unserer Gesellschaft. Vermeintliche biologisch gestützte Geschlechterunterschiede sind beliebtes Thema populärwissenschaftlicher Medien und stoßen selbst bei Menschen, die Geschichten über Mars und Venus, Zuhören und Einparken zu plump finden, nicht auf Widerspruch. Im Gegenteil, sie belehren uns noch über die neuesten Erfindungen der Hirnforschung und würzen ihr ‘Fachwissen’ mit eigenen Beobachtungen, die, so sehr man auch an die Gleichheit der Geschlechter glauben wollte, eindeutig belegen, dass ‘Männer’ und ‘Frauen’ doch ganz verschieden seien.

Lästige Diskussionen, die ein_e Häretiker_in immer wieder führen muss, sind dabei noch das Harmloseste an der institutionalisierten Zweigeschlechtigkeit, bildet sie doch das theoretische Fundament für Verstümmlung von Kleinkindern mit ‘uneindeutigen’ Genitalien, gesetzlich verordnete Menschenrechtsverletzungen von Trans*Menschen, Benachteiligung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen etc.

Nun kann die Zweigeschlechtigkeit auch aus naturwissenschaftlicher Sicht guten Gewissens begraben werden, denn die Dissertation von Heinz-Jürgen Voß „Making Sex Revisited. Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive“, erschienen im Transcript Verlag, zeigt, dass auch biologisches Geschlecht gesellschaftlich gemacht ist. Auf ca. 400 Seiten wird die verbreitete Auffassung, wonach sich ‘Geschlecht’ ‘weiblich’ oder ‘männlich’ auspräge, fundiert und überzeugend widerlegt.

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ABA Erfolgsgeschichten  1

Cat.: Geschichte
11. November 2008

Folgender Text ist meine Übersetzung des Artikels ‘ABA success storiesvon Michelle Dawson, die ich mit freundlicher Genehmigung der Autorin veröffentliche:

Kinder mit gestörter Genderidentität brauchen dringend Behandlung.

Dieses Zitat stammt aus Rekers, Bentler, Rosen & Lovaas (1977). Das ist die Schlussfolgerung eines von vielen Artikeln, von prominenten Forscher_innen geschrieben und von Expert_innen begutachtet, in denen eine hochgradig erfolgreiche intensive ABA-basierte Behandlung verteidigt wird (siehe auch Rekers, 1977; Rosen, Rekers & Bentler, 1978; Rekers, Rosen, Lovaas & Bentler, 1978). Diese Behandlung war Teil des UCLA Feminine Boy Project, das eine Zeitlang mit dem UCLA Young Autism Project konkurrierte. Von seinem beispiellosen Erfolg bei der Behandlung dessen, was als hartnäckige Pathologie galt, berichteten die vom NIH geförderten UCLA-Forscher_innen in kreuzbegutachteten Zeitschriftenartikeln (Rekers & Lovaas, 1974; Rekers, Lovaas & Low, 1974). Eins der definierten Ziele dieser Behandlung war, Homosexualität zu “heilen” oder “vorzubeugen”. (more…)